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 Das Tagebuch der Elster

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AutorNachricht
Kasasagi Sasashi


Kasasagi SasashiKonohaGenin
Anzahl der Beiträge : 1317
Ryo 両 : 1870
Anmeldedatum : 27.07.17
Alter : 29

Shinobi-Info
Rang: D-Rang | Genin
Besondere Merkmale: Puppenphobie

Das Tagebuch der Elster Empty
BeitragThema: Das Tagebuch der Elster Das Tagebuch der Elster EmptyMi Jun 12, 2019 1:17 am

Das Tagebuch der Elster Sagisig2exux5

Das Tagebuch der Elster
Lesen auf eigene Gefahr!

Chronik

» Eintrag Nr. 1, 03.04.901


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Kasasagi Sasashi


Kasasagi SasashiKonohaGenin
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Shinobi-Info
Rang: D-Rang | Genin
Besondere Merkmale: Puppenphobie

Das Tagebuch der Elster Empty
BeitragThema: Re: Das Tagebuch der Elster Das Tagebuch der Elster EmptyMi Jun 12, 2019 1:21 am

Eintrag Nr. 1 – 03.04.901
Die Elster zückt die Feder

Die Elster, Meisterdieb von Konoha, aufgestiegen in die Sphären der Shinobi und damit endgültig der elendigen Akademie entflohen, sitzt gerade mit blauen Flecken übersät in ihrem Zimmer, über Vergangenes wie Gegenwärtiges und vor allem Zukünftiges grübelnd. Eigentlich habe ich die Praktik des Tagebuchschreibens immer für Zeitverschwendung gehalten, ein paradigmatisches Hobby für überraschend hirnlose Musterknaben, die meinen, ihren eigenen Zeilen rückwirkend etwas abgewinnen zu können, wenn sie sich Jahre später wieder darin verlieren. Aber im Moment meine ich zu erkennen, dass diesem Akt womöglich, bereits durch die alleinige Ausführung, etwas Reinigendes innewohnt, von dem ich nun Gebrauch zu machen gedenke. Hoffentlich hilfts. Wenn nicht, habe ich mich zumindest in der Verwendung meines beeindruckenden Vokabulars trainiert, wie es sich nicht nur für eine lebende Legende, sondern auch für einen vorzeigbaren Shinobi gehört. Wer sich auszudrücken weiß, wird beachtet. Und wenn ich meinen Feinden dereinst den Marsch blase, will ich ihnen nicht nur rein kinetisch, sondern auch akustisch eine Lektion erteilen, die so schnell nicht vergessen werden soll.
Wer aber bin ich und wer sind meine Feinde? Was will ich und wie zum Henker bist du dieses Tagebuchs ansichtig geworden? Fragen über Fragen. Das Wichtige hat Vorang: Ich bin die goldene Elster von Konoha, Kasasagi Sasashi! Und zum Zeitpunkt dieser Aufzeichnung endlich Genin, wiewohl ein Teil der Dorfgemeinschaft diesen Fakt noch nicht zu akzeptieren gelernt hat. Und wie bist du an diese Zeilen gelangt? Ich hoffe, ich habe mein Tagebuch nicht allzu offensichtlich versteckt. Aber wem mache ich etwas vor? Ich lebe in einem Shinobidorf. Die Hoffnung, hier etwas sicher verstecken zu können, gleicht dem Vorhaben, ein Eislager in einem aktiven Vulkan anlegen zu wollen. Besseren Wissens zum Trotz, will ich hier aber meine Gedanken und Erlebnisse getreulich wiedergeben. So ihr meines Herzens, in Tinte gegossen und niedergeschrieben, habhaft werdet, behandelt es mit Respekt und gebt es mir gefälligst zurück!

Es ist noch keine vierundzwanzig Stunden her, da glaubte ich, endlich einen bedeutenden Meilenstein in meinem Leben erreicht zu haben. Nun gut, dass hatte ich auch, aber wie so oft, kam alles anders, als ich es mir gewünscht hatte. Ich hätte es kommen sehen können. Müssen!
Mein Training hatte sich bezahlt gemacht. Vor einer Jury, bestehend aus einem Haufen Rattengesichter, die mich schon für den kleinsten Fehler in der Demonstration meiner Fähigkeiten, zurück auf die Schulbank geschickt hätten, vollbrachte ich, woran ich zuvor so schmerzlich gescheitert war. Die Genjutsu, die mir niemand hatte zutrauen wollen, wirkten und es zeigte sich, dass der Knabe zum Manne geworden war. Einem, den man nicht länger an der Akademie festsetzen konnte, sondern in die Laufbahn als Shinobi entlassen musste!
Ah, dieses Gefühl, endlich meinen Wert bewiesen zu haben. Es hielt viel zu kurz an! Kaum, dass ich mich, mit meinem Stirnband in der Hand, der wartenden Menge präsentierte, wurde ich in altbekannter Manier bombardiert. Die Einen sponnen wilde Geschichten, wonach ich die Prüfer irgendwie getäuscht hätte, die Anderen begannen, mir die Flügel zu stutzen, die ich mir über Jahre hinweg zusammengeleimt hatte. Als Shinobi könne ich nicht mehr, wie bisher, den "dreckiger Straßendieb" spielen. Niemand beglückwünschte mich, gab zu, sich in meinen Fähigkeiten getäuscht zu haben. Im Gegentei. Sie schienen es garnicht abwarten zu können, dass mich eine Mission das Leben kostet. Oder ich in die Fußstapfen meiner Mutter trete. Welch' großartige Kameradschaft! Und da wundern sie sich noch, dass ich ihre "Traditionen" mit Füßen trete. Alsob ich jemals daran hätte teilhaben wollen!
In meinem Zimmer passte ich mein Stirnband meinem Bedürfnissen an. Schwarz ist einfach immernoch cooler als blau. Als ich es, dem altbekannten Verlangen nach Aufmerksamkeit und Neid folgend, bei einem Spaziergang durchs Dorf zur Schau trug, konnte ich die kalten Stimmen wieder um mich flüstern hören. Was ich nicht hörte, waren meine Verfolger.
Ja, ich, die Elster, wurde verfolgt und überfallen! Einem echten Genin wäre das nicht passiert, wohl wahr. Akio lauerte mir wieder auf, vermutlich um Rache zu üben, für letztes Mal. Meinte, diesmal sei ich zu weit gegangen. Zunächst glaubte ich, damit, wie ich schon befürchtet hatte, für Hanas kleinen Wutanfall, seiner Großmutter gegenüber, büßen zu müssen, aber wie sich herausstellte, ging es ihm um wesentlich mehr. Ihm und Haruma. Dieses Milchauge erwischte mich von hinten, bevor ich überhaupt spitzkriegte, das da wer war. Und warum? Nun, offenbar wollte Haruma nicht allzu viel mit Akio und seiner Vendetta gegen meine Mutter und alles, was ihre Hände je berührten, zu tun haben, aber beim Tragen eines fair und ehrlich errungenen Stirnbands zog sein akut überbelasteter Verstand wohl den Strich.
Schätze dieses aufgesetzte Getue liegt in der Familie. Hyuuga. Altbackene, unflexible Wichtigtuer. Traditionen und ungeschriebene Gesetze sind denen wohl wichtiger, als gesunder Menschenverstand. Diese beiden Volltrottel glaubten ernsthaft, ich hätte mein Stirnband geklaut oder so! Und dafür meinten sie mich zur Rechenschaft ziehen zu müssen. Und diesmal hatte Haruma wohl auch kein Problem mehr damit, Akio seine mörderischen Tendenzen durchgehen zu lassen. Fast hätte er mich aufgespießt! Wenn ich nur darüber nachdenke, wird mir immernoch schlecht. Ich konnte nichts tun, nur zusehen und mich von meinem verfickten Onkel retten lassen. Ihm und seinem Ding.
Später meinte er noch, mich belehren zu müssen. Vonwegen, ich müsste auf eigenen Beinen stehen. Alsob er, ohne seinen schwarz gebrannten Bölkstoff, einen Schritt vor die Tür machen könnte. Aber wenigstens machte er sich einmal in seinem Leben nützlich und verschaffte mir Zugang zu meinem Erbe. Hat er das die ganze Zeit vor mir verheimlicht oder selbst erst finden müssen? Meinte er, ich sei erst jetzt bereit dafür? Was weiß ich. Verrecken soll er. Sobald ich die Mittel habe, bin ich raus und seinen Gestank los.

Die letzten Stunden habe ich in meinem Zimmer verbracht. Keine Ahnung wie lang. Ab und zu fallen mir die Augen zu. Draußen wird es allmählich wieder Tag. Das hier ist wichtiger. Das Buch, das Tagebuch meiner Mutter. Wenn es den echt ist. Könnte auch nur ein aufwändiger Streich der alten Schnapsdrossel da unten sein, aber so viel Aufwand wäre ich ihm im Leben nicht wert.
Die Handschrift gleicht seiner jedenfalls überhaupt nicht. Mehr meiner eigenen. Also nicht meiner Schulschrift, die habe ich, den Lehrern zum Trotz, immer schön versaut. Nein, die Schrift in dem Tagebuch ist teilweise recht makellos. Auf engsten Raum gedrückt, aber dennoch sauber lesbar. Wie gedruckt. Und von ähnlich mechanischer Erzählweise. Ich habe das Tagebuch bislang nur überflogen, zum konzentierten Lesen fehlt mir irgendwie die Energie, aber von dem, was ich bisher erspähen konnte, handelt es sich wohl mehr um eine Reihe von Missionsberichten. Entweder das, oder meine Mutter war mehr Kunoichi als Mensch. Ein Werkzeug, präzise, ohne nennenswerte Hintergedanken.
Je weiter ich jedoch im Buch blättere, desto mehr lässt die Qualität. Sie beginnt zu schludern und manches wird gerade zu unlesbar. Die anfangs noch sauber datierten Einträge, lassen sich mit der Zeit kaum noch einordnen. Aber ich denke, der letzte Eintrag muss irgendwann kurz vor ihrer Flucht verfasst worden sein. Und er entzieht sich jeglichem Verständnis.
Ich frage mich, ob der letzte Eintrag, vielleicht auch einige der vorangehenden, überhaupt von meiner Mutter geschrieben worden sind. Die Schrift sieht nicht überhaupt nicht mehr wie die am Anfang aus und was da steht, ergibt keinen Sinn. Es ist, als würden zwei Personen ein Zwiegespräch führen. Eine der Personen könnte meine Mutter sein, aber wer wäre die andere? Und was sollen all die Reime? Die passen überhaupt nicht in die staubtrockene Aktensprache meiner Mutter.
"Der Anfang sucht das Ende auf, Wiederholung ist des Schicksals Brauch." Wenn ich einen professionellen Codeknacker bei der Hand hätte, wäre das Rätsel sicher im Handumdrehen gelöst, aber ich bin auf mich gestellt. Und ich wette, dass dieser letzte Reim ein Hinweis ist.
Als meine Mutter das Dorf verließ, stellte sie sicher, dass nichts von Belang zurückblieb. Und die Tatsache, dass Mutter noch immer auf freiem Fuß ist, spricht dafür, dass sie ihre Sache gut gemacht hat. Im Spurenverwischen muss sie einsame Spitze sein. Wie kann dann aber das Tagebuch noch hier sein? Wie kann mein nichtsnutziger Onkel es gefunden und für sich behalten haben, ohne das wer etwas merkt? Und könnte ihr Ring auch etwas damit zu tun haben? Ich komme mir vor, wie bei einer Schnitzeljagd. Nur das ich am Ende das Schnitzel bin, wenn ich mir einen Fehltritt erlaube! Aber ich denke, es ist an der Zeit, auf die Jagd nach einigen Antworten zu gehen! Egal wie lange es dauert. Egal wie sehr ich mich dafür ins Zeug legen muss.
Ein lohnenswertes Ziel vor Augen zu haben, hat zudem den angenehmen Nebeneffekt, dass meine Aufmerksamkeit vom Weltlichen abgelenkt ist. Vielleicht kann ich so noch dem unvermeidlichen Tag entgehen, an dem ich meine erste Strafe als Genin aufgebrummt bekomme. Gefängnis. Wenn nicht, noch schlimmer. Darauf habe ich wirklich keine Lust. Aber von den Almosen, die man mir für meine Arbeit abdrückt, will ich auch nicht leben müssen. Ich habe besseres verdient. Die Elster hat besseres verdient! Und sie wird es sich auch holen!
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